DPM vs. GNT

GNTM vs. DPM

Heute ging die erste Staffel der neuen Model-Castingsendung „Das perfekte Model“ auf VOX zuende. Die Show lief in direkter Konkurrenz zu ProSiebens „Germany’s Next Topmodel by Heidi Klum“, das bereits zum siebten Mal über die Bildschirme flimmert.

Beide Formate sind im Grunde sehr ähnlich, haben aber auch ihre Unterschiede, die ich mit diesem Beitrag ein bisschen auseinandernehmen möchte. Welche Show ist unterhaltsamer? Welches Gewinnermodel hat die besseren Qualitäten? Und brauchen wir diesen Castingquatsch überhaupt noch?

Die Zuschauer entscheiden

Im aufgezeichneten und recht unprofessionell anmutenden Finale von „Das perfekte Model“ setzte sich heute die 23-jährige Anika gegen ihre drei Konkurentinnen Jennifer, Jenny und Johanna durch. Bei letzterer frage ich mich ehrlich gesagt, wie sie es so weit schaffen konnte. Lange Beine, aber 0 Ausdruck im nicht besonders schönen Gesicht. Meine Favoritin war von Anfang an Paula, für die ich leider nicht mehr abstimmen konnte, da sie von der Jury rausgewählt wurde. VOX setzt nämlich auf Telefonvotings. Seit letzter Woche konnten die Fans für die zukünftigen Topmodels anrufen und so die Gewinnerin küren. Direktes Einbinden der Zuschauer nennt man das beim Sender. Eva Padberg und Karolína Kurková werden als Jury im Finale durch drei internationale Modedesigner entmachtet und dürfen ihre Meinung sagen, nicht aber die letzte Entscheidung treffen. Und das finden sie auch gut so. Im Laufe der Sendung sah man nicht selten, wie sehr die „schönste Jury Deutschlands“ mit sich hadert und sogar Tränen bei der Entscheidung vergießt. Sehr sympathisch. Und sehr menschlich.

Jurorinnen mit Herz

Ganz im Gegensatz zu Heidi Klum und ihren zwei Robotern an extrem kurzer Leine und ohne Profil, Thomas Rath und Thomas Hayo, sind Eva Padberg und Karolína Kurková Teamchefinnen und Coaches mit Herz. Ich musste mich zwar an die manchmal etwas unbeholfene Art und albernen Sprüche („Oh mein Gott, das waren Requisiten und ihr habt das Essen einfach in euch reingestopft!“) der beiden gewöhnen, finde aber im Nachhinein, dass sie ihre Sache sehr gut gemacht haben und deutlich frischer und losgelöster von vorgegebenen Texten und Regieanweisungen als Heidi rüberkamen.

Models DPM

Modelsuche mit System

Was mir außerdem beim „Perfekten Model“ gut gefallen hat, ist die Bewertung nach Kategorien. Von Anfang an konnte man als Zuschauer einigermaßen nachvollziehen, was die ein oder andere gut oder schlecht macht (Posing, Fitness, Wandelbarkeit etc.) und wieso das Mädel weiterkommt oder nach Hause muss. Leidvolle Hintergrundgeschichten wurden nicht quotengeil aufgebauscht, mitgeschliffen und überstrapaziert. Zickenterror gab es gerade anfangs natürlich trotzdem.

Unterhaltungswert der Castingformate

Während man bei GNT das Gefühl hat, jede Woche den gleichen Ablauf vorgesetzt zu bekommen, brach man bei DPM mit einem strikten Sendeablauf. Die Entscheidungen passierten größtenteils kurz und knapp mitten in der jeweiligen Folge und wurden nicht bis zum Ende aufgespart und eine Stunde in die Länge gezogen. Jeder kennt die typische Szene: Heidi Klum steht vor einem Mädchen, wartet … wartet … und wartet … ohne ein Wort zu sagen … Schnitt … Schnitt … Warten … Und schließlich der Spruch „…ich habe heute leider kein Foto für dich!“ Ooooorrr! Der einzige Unterhaltungswert bei GNT besteht für mich eigentlich nur noch darin, dass man sich pausenlos aufregt und ab und zu an den Kopf langt, weil man nicht versteht, wie eine hässliche Kackbratze ohne Talent und mit großer Schnauze Woche für Woche weiterkommt.
DPM setzt da auf einigermaßen abwechslungsreiche Aufgaben für die Models und irgendwie hatte ich das Gefühl, da ist mehr Tempo drin. Klar, der Modelalltag mit Castings und Fotoshootings bleibt der gleiche. Hier habe ich dann doch ein bisschen die Highlites wie Catwalks mit überdimensionalen Kleidern in aufwändiger Kulisse vermisst.

GNT ist für mich sehr angestaubt. Das DSDS der Modelsendungen. Man hat es einfach satt. Bei DPM hat man versucht, frischen Wind reinzubringen. Trotz netter Ideen und der liebreizenden Jury landete die Quote jedoch im Keller. Wahrscheinlich wird es keine weitere Staffel geben.

Was wird aus den Teilnehmerinnen?

Eine Marie Nasemann, Lena Gercke oder auch Rebecca Mir haben „Germany’s Next Topmodel“ als Sprungbrett genutzt, um professionell zu arbeiten. Man muss nicht gewinnen, um ein gutes Model zu sein und von diesem Job leben zu können. Manchmal klappt es, manchmal versaut man sich es. Wie es dem ersten „perfekten Model“ Anika (die von sich selbst sagt, dass sie nicht schön ist und auch Recht damit hat) gehen wird und ob sie auch nach Garnier und Glamour noch im Rampenlicht steht, bleibt abzuwarten.

Und denkt dran Kinder, abschalten!

2 Gedanken zu „DPM vs. GNT“

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